18.01.2017 //

Vernetzte Köpfe – CONNECTED LIVING-Interview mit Dr.-Ing. Christian Bogatu – Mitgründer und Geschäftsführer Business Development – KIWI

Innovative Ideen und Projekte, neue Produkte und Lösungen – die Mitglieder von CONNECTED LIVING können als Experten genau darüber berichten. Wir haben mit Dr.-Ing. Christian Bogatu – Mitgründer und Geschäftsführer Business Development – KIWI gesprochen. Er steht Rede und Antwort zu smarter Gebäudetechnik und wagt den Blick in die Zukunft.

Können Sie die Idee, die hinter KIWI steht in drei Sätzen beschreiben?

KIWI ersetzt den herkömmlichen Schlüssel mit einer digitalen Lösung, die echten Nutzen bringt und zwar sowohl für Bewohner als auch für Dienstleister wie Post, Müllabfuhr, Notärzte und natürlich Wohnungsunternehmen. Türen lassen sich durch KIWI mit einem Transponder oder einer App bequem öffnen und Zugänge können zentral über eine Plattform online verwaltet werden. Die städteweite KIWI Infrastruktur macht die Schlüsselverwaltung für Wohnungswirtschaft und Eigentümer leichter, sicherer und kostengünstiger. Bewohner und Dienstleister gewinnen mit KIWI an Flexibilität und Unabhängigkeit.

Wie ist es zu der Idee gekommen?

Die Idee entsprang bereits 2007 einer Situation, die vermutlich jeder schon häufig erlebt hat: Schwer bepackt mit Einkaufstüten steht man vor seiner Haustür und hat keine Hand frei, um nach dem Schlüssel zu suchen. Um dieses Problem mit einer einfachen Lösung aus der Welt zu schaffen, wurde die KIWI.KI GmbH 2012 von Dr.-Ing. Christian Bogatu, Dr.-Ing. Claudia Nagel und Peter Dietrich gegründet.

Welches Feedback zu Ihren Produkten gibt es von Ihren Kunden und der Wohnungswirtschaft?

Seit mehreren Jahren nutzen bereits große Unternehmen wie die Deutsche Post, die Berliner Feuerwehr und Entsorgungsunternehmen wie Alba, Berlin Recycling, und Bartscherer erfolgreich KIWI. Über 300 Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft zählen zu unseren zufriedenen Kunden. Das größte Berliner Wohnungsunternehmen degewo beispielsweise nutzt KIWI bereits seit 2014 und lobt die Steigerung der Effizienz ihrer Arbeitsabläufe und natürlich die positiven Reaktionen Ihrer Mieter, die die sehr einfache und schnelle Umrüstung auf KIWI mit sich bringt. degewo und Mieter erleben die Nutzung unseres Systems als innovativ, bequem und sicher. Der Aufwand der Schlüsselverwaltung ist laut degewo deutlich gesunken. Hausmeister und andere Dienstleister können dank KIWI endlich auf schwere Schlüsselbunde verzichten.
Auch die Einführung des KIWI Smart Locks im November 2016 stieß auf positives Feedback. Da von nun an nicht nur Hauseingangs- sondern auch Wohnungstüren mit dem KIWI Türzugangssystem ausgestattet werden können, gewinnen Nutzer zusätzlichen Komfort.

Wie schätzen Sie die Entwicklung des Smart Home Marktes ein? Und warum, denken Sie, „fliegt“ der Markt bisher noch nicht?

Wir befinden uns gerade mitten in einer Zeit des Umbruchs. Die Anbieter verstehen nun immer mehr, dass es nicht auf technische Spielereien ankommt, sondern dass es um den wirklichen Nutzen geht, den man seinen Kunden bringt. Das ist tatsächlich das wichtigste, worum es gehen muss, wenn man mit Smart Home erfolgreich sein will. Wenn man einen echten Nutzen stiftet, dann wird die Lösung auch im Markt nachgefragt und es gibt eine Zahlungsbereitschaft.
Im Fall von KIWI ist das zudem sehr einfach, denn wir bieten nicht nur einen echten Nutzen für unsere privaten Kunden, also die Bewohner, sondern auch für unsere B2B Kunden. Ein weiterer Faktor ist die Digitalisierung der Immobilienbranche, die zunehmend Anhänger findet. Dies sieht man auch an der stetig steigenden Anzahl der Proptech-Unternehmen. Dennoch gibt es weiterhin ein großes Entwicklungspotenzial. Unternehmen wie KIWI unterstützen traditionelle Immobilienunternehmen dabei, ihre Abläufe durch neuartige Technik zu digitalisieren. Dass diese innovativen Ideen Umsatz und Effizienz bestehender Branchen steigern können, musste sich erst beweisen. Diese Phase der Umrüstung kann nicht von heute auf morgen abgeschlossen sein.

Welche Faktoren sehen Sie als zentrale Erfolgsfaktoren für die Zukunft des Smart Home Marktes?

Der wichtigste Erfolgsfaktor ist, wie oben beschrieben, einen echten Nutzen zu stiften. Nur so kann Smart Home erfolgreich werden.
Klassische Unternehmen der Immobilienbranche sind offen gegenüber technischen Innovationen im Zuge der Smart Home Bewegung. Es ist allerdings essentiell, die zu Recht hohen Qualitätsansprüche zu erfüllen und den Mut zu Veränderungen aufzubringen. Neben Immobilienunternehmen muss auch dem Anspruch der privaten Endverbraucher, also beispielsweise der Mieter, gerecht geworden werden. Transparenz und Sicherheit sind hierbei ganz große Themen. Unsere KIWI Produkte erfüllen die höchsten Sicherheitsstandards, sodass Nutzer digitale Angriffe auf die KIWI Applications nicht fürchten müssen. Eine transparente Kommunikation ist notwendig, um gewisse Skepsis vor smarten Lösungen auszuschlagen.
Ein weiterer wichtiger Schritt zum Erfolg der Idee von Smart Home sind Kooperationen der Startups der Branche untereinander sowie zwischen Startups und etablierten Immobilienunternehmen. Auf diese Weise bekommen Innovationen Zugang zum Markt, um das volle Potenzial ausschöpfen zu können. KIWI kooperiert beispielsweise mit den 4 DAX Konzernen Deutsche Post, Allianz, Deutsche Telekom und innogy. Dazu gibt es zahlreiche auch internationale Partner, wie Schneider Electric. Das ist ein ganz wichtiger Baustein für den Erfolg – nicht nur aber gerade auch im Smart Home Markt.

Wie verlief die Entwicklung von KIWI bisher und was haben Sie noch in Pipeline?

Nachdem die Idee zu unserem schlüssellosen Türzugang geboren wurde, arbeiteten wir die ersten zwei Jahre lang an der Technologie, um die KIWI Idee auf mit höchsten Sicherheits- und Datenschutzstandards umsetzen zu können und gleichzeitig erstklassigen Komfort für unsere Kunden bieten zu können. Im Zeichen von Innovationsgeist und Leidenschaft ist unser internationales Team stark gewachsen. Flache Hierarchien und eine offene Teamkultur verkürzen unsere Entscheidungswege und ermöglichen individuellen Input. Das Feedback unserer Kunden ist uns wichtig, damit wir aus Fehlern lernen und unsere Produktentwicklung kundenfreundlich gestalten können. Damit arbeiten wir sowohl an der Weiterentwicklung unserer bestehenden Produkte und Services als auch an Produktneuheiten. Das neuste Produkt dieses Zusammenspiels ist das KIWI Smart Lock, das im November letzten Jahres auf den Markt kam. Damit haben wir unsere Produktpalette dahingehend erweitert, dass nun nicht nur Hauseingangstüren, sondern auch Türen ohne elektronischen Summer mit KIWI ausgestattet werden können. Das bedeutet beispielsweise, dass die Wohnungstür nun ebenfalls schlüssellos geöffnet und online verwaltet werden kann. Um hier das volle Potenzial ausschöpfen zu können, wird noch im Frühjahr neben der bereits etablierten KIWI App fürs iPhone auch die App für Androidgeräte verfügbar sein.

Interview mit Dr.-Ing. Christian Bogatu, vom 13. Januar 2016

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